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Rheuma: Nimm dein Leben in die Hand – Vorstellung der Selbstmanagement-Kurse der Rheuma-Liga

Interview mit Dieter Borgmann, Rheuma-Liga Niedersachsen e. V.

Ihre Organisation bietet Selbstmanagement-Kurse für Rheumatiker an. Welchen Zweck haben diese?

In den USA und einigen Ländern Europas spielen Selbstmanagementkurse schon lange Zeit eine wichtige Rolle. 2013 hat die Deutsche Rheuma-Liga, Bundesverband e. V., damit begonnen, das niederländische Vorbild nach Deutschland zu adaptieren. Menschen mit rheumatischen Erkrankungen lernen, ihr Leben trotz der Krankheit selbst in die Hand zu nehmen und zu managen. Sie setzen sich Ziele für ihr persönliches Leben, sie tauschen sich in den Gruppenstunden aus und berichten sich gegenseitig, wie weit sie mit ihren Zielen gekommen sind.

Auf welcher Idee beruht das Konzept der Selbstmanagement-Kurse?

Frühverrentung, unerfüllte Lebensziele und Einschränkungen im Alltag: Menschen mit rheumatischen Erkrankungen müssen täglich viele Hürden meistern. Oft fühlen sie sich dabei in einer passiven Opferrolle – die Krankheit dirigiert ihr Leben. Eine eingeschränkte Lebensqualität und Beschwerden, die selbst einfachste Dinge wie Treppen steigen zur Herausforderung machen, erhöhen den psychischen Druck auf die Betroffenen. Chronische Schmerzen, regelmäßige Medikamenteneinnahmen und Sorgen um die Zukunft verdrängen dabei oft die Lebensfreude und mindern die Kraft, selbst aktiv zu werden.
Umso wichtiger ist es, die „eigene“ Selbstbestimmtheit zu stärken. Je mehr sich Betroffene über ihre Krankheit informieren und in die Behandlung einbringen, desto besser kommen sie mit der Erkrankung im Alltag zurecht. Die Erfahrung, selbst etwas tun zu können, beeinflusst nicht nur die Psyche, sondern auch das Schmerzempfinden und den gesamten Krankheitsverlauf positiv.

Was genau bedeutet Selbstmanagement für die Betroffenen

Selbstmanagementkurse werden von geschulten Betroffenen (Peer-Counseller) geleitet. Somit haben alle Kurse einen starken alltäglichen Praxisbezug, ohne die Theorie oder Studienerkenntnisse außer Acht zu lassen. Sie befähigen uns, unsere innere Einstellung zur Erkrankung zu wandeln, die Opferrolle zu verlassen und nach dem Prinzip der Selbstbestimmung leben. Der mündige Patient ist auch ein Ziel.

Was lernen Patienten in den Kursen?

In sechs Modulen à 2,5 Stunden lernen die Erkrankten alles über die rund 100 rheumatischen Erkrankungen und deren verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, seine Krankheit kennen zu lernen, um sie unter Kontrolle halten zu können. Ein spezielles Modul setzt sich beispielsweise mit der Arzt-Patient-Kommunikation auseinander, damit die Patienten das Arztgespräch besser führen können.

Welche alltäglichen Tipps können Sie den Betroffenen geben, damit diese ihr Leben besser meistern können?

Schmerzen und zum Teil ausgeprägte Bewegungseinschränkungen erhöhen den psychischen Druck auf die Betroffenen. Chronische Schmerzen, regelmäßige Medikamenteneinnahmen und Sorgen um die Zukunft rauben Kraft und mindern die Lebensfreude erheblich. In den Selbstmanagementkursen arbeiten wir in Kleingruppen und daher sind es immer die Gruppenteilnehmer, die Probleme ansprechen und Lösungen aufzeigen, die dann der Gesamtgruppe diskutiert werden.
Somit sind es „die Betroffenen“ die Tipps zur Schmerzbewältigung oder zum Öffnen von Flaschen bzw. Dosen geben. Der Kursleiter als Selbstbetroffener  moderiert oder ergänzt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Selbstmanagement-Kursen gemacht? Können Teilnehmer auch langfristig autonomer mit ihrer Krankheit umgehen?

Selbstmanagementkurse geben Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung. Ich lerne mit Ärzten richtig zu kommunizieren, Fragen zu stellen und auf Augenhöhe auf sie zuzugehen. Ich bekomme die Sicherheit, weitgehend normal leben zu können. Zum Beispiel habe ich die Gewissheit, reisen zu können, wohin ich will; denn ich bin mir sicher, dass ich im Falle eines Rheumaschubes angemessen reagieren kann.


Weitere Informationen:

http://www.rheuma-liga.de/aktivitaeten/projekte/detailansicht/news/selbstmanagementkurse/

Dieter Borgmann Dieter Borgmann (Fotohinweis: Borgmann)

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