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Schlaganfall: Akutversorgung ausgezeichnet - Prävention mangelhaft


Bad Laer (28.09.2015) – „Wer auf sein Gewicht, seinen Blutdruck- und die Blutzuckerwerte achtet, vermindert sein persönliches Schlaganfallrisiko erheblich“, sagt Dr. Bettina Begerow von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Nach Auskunft der Expertin können 70 Prozent aller Schlaganfälle in Deutschland vermieden werden. Während die Akutversorgung in Deutschland ihrer Erkenntnis nach ausgezeichnet ist, gibt es nach Auskunft von Gregor Drogies, dem Leiter der Arbeitsgruppe Entwicklung und Analytik bei der DAK, in Sachen Schlaganfall-Prävention und -Therapie noch Defizite. Im Vorfeld des Weltherztages hatte sich Sanicare-Apotheker mit den beiden Experten ausgetauscht, um Möglichkeiten einer verbesserten Schlaganfall-Prävention und -Therapie zu diskutieren.

Jedes Jahr erleiden rund 150.000 Menschen in Deutschland einen erstmaligen Hirninfarkt, etwa 20 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb eines Jahres an den Folgen. Drogies zitierte Ergebnisse des DAK Versorgungsreports Schlaganfall: „Wir konnten feststellen, dass viele dieser Schlaganfälle durch verbesserte präventive Versorgung vermeidbar wären.“ So gibt es bei der Früherkennung von Herzrhythmusstörungen oder Vorhofflimmern – beides Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall - in Deutschland noch immer Defizite. Der Report kam zu dem Ergebnis, dass bei rund 60 Prozent der Patienten die Schlaganfall-Prävention wesentlich verbessert werden kann. „Wenn Ärzte bei Patienten ab 65 routinemäßig den Puls fühlen und bei Auffälligkeiten ein EKG durchführen, wäre schon viel gewonnen“, so der Krankenkassen-Experte.

Die Arzneimittel sind bei Menschen mit Schlaganfall zunächst die tragende Säule der Therapie und fast immer überlebensnotwendig. Auch in der Langzeitversorgung kommt es vor, dass Funktionen, wie Blutdruck oder Blutzucker medikamentös behandelt werden müssen. Heinrich Meyer, leitender Apotheker von Sanicare, verwies in diesem Zusammenhang auf das Thema Arzneimitteltherapiesicherheit. Er beklagte, dass es in Deutschland kein etabliertes Arzneimittelmanagement für Patienten gäbe, die täglich mehrere Arzneimittel einnehmen müssen. Daher käme es jährlich zu 58.000 Todesfällen infolge von Wechselwirkungen, Kontraindikationen und unerwünschten Arzneimittelwirkungen und bis zu 500.000 Krankenhausnotaufnahmen im Jahr.

Um die Arzneimittelsicherheit ihrer Kunden zu verbessern, habe Sanicare das Patienten-Therapie-Optimierungs-System PATHOS entwickelt. Pathos ist ein leicht verständlicher Medikationsplan, auf dem die ärztlich verordneten, frei erworbenen Medikamente und sonstigen Gesundheitsprodukte eingetragen werden. Auch bekannte Allergien und Vorerkrankungen werden berücksichtigt.

Auf Basis all dieser Angaben führen die Apotheker eine persönliche Risikoanalyse des Patienten durch. Im Ergebnis erhalten die Kunden einen individuellen Medikationsplan mit Dosierungsangaben, Einnahmehinweisen und Empfehlungen sowie weiteren Erläuterungen zu den verwendeten Arzneimitteln. Damit haben die Kunden alle wichtigen und behandlungsrelevanten Daten auf einen Blick und können den Ausdruck auch zu den Arztbesuchen mitnehmen. Damit kann dieser schneller und besser die richtige Entscheidung für den weiteren Therapieverlauf treffen.

Schlaganfall ist nach Krebs- und Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jenseits der 60 steigt das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden erheblich an, denn über 80 Prozent der Schlaganfallopfer haben diese Altersgrenze überschritten. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen gehören – neben einer genetischen Disposition – zu den Hauptrisikofaktoren.

Info-Kasten
Vermeidbares Leid – vermeidbare Kosten:
Pro Schlaganfall-Patient gehen Experten von etwa 43.000 Euro lebenslangen Behandlungskosten aus, davon 15.000 Euro allein im ersten Jahr. Für die Behandlung der rund 10.000 vermeidbaren Schlaganfälle müssen damit insgesamt etwa 430 Millionen Euro aufgebracht werden. Durch eine Verbesserung der Versorgung und ein zielorientiertes Gesundheitsmanagement könnte ein erheblicher Teil dieses Betrages eingespart und im Sinne der Patienten besser eingesetzt werden.

Quelle: DAK Versorgungsreport Schlaganfall

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