Eisen (137 Produkte)
Was ist Eisenmangelanämie?
Die Eisenmangelanämie ist eine Form der Blutarmut, die durch einen Mangel an Eisen im Körper verursacht wird. Es handelt sich um die weltweit häufigste Form der Anämie und wahrscheinlich auch die häufigste Mangelkrankheit überhaupt. Die Prävalenz wird auf etwa 600 Millionen Menschen weltweit geschätzt, während in Europa zwischen fünf und zehn Prozent aller Menschen betroffen sind. Bei Frauen im gebärfähigen Alter liegt die Prävalenz bei etwa 20 Prozent.
Bei diesem Mangel sinkt die Hämoglobinkonzentration im Blut unter den alters- und geschlechtsspezifischen Normwert ab. Nach WHO-Definition liegt dieser Normwert bei 12 g/dl für Frauen und 13 g/dl für Männer. Je nach Quelle gibt es leicht unterschiedliche Werte, beispielsweise Hb < 13,5 g/dl beim Mann und < 12,0 g/dl bei der Frau.
Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das hauptsächlich für die Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) benötigt wird. Das Hämoglobin hat die Aufgabe, Sauerstoff zu binden und bei Bedarf an die Zellen und Organe abzugeben. Ein Eisenmangel führt daher zu einer gestörten Produktion des Hämoglobins.
Der normale Körperbestand an Eisen beträgt 3–5 g, wobei etwa 3 g davon das Hämoglobineisen darstellen. Der Gehalt an Speichereisen beträgt bei Männern 500–1000 mg, bei prämenopausalen Frauen hingegen nur 200–400 mg. Das Plasmaeisen spielt mit 4 mg mengenmäßig eine untergeordnete Rolle.
Die Entwicklung der Eisenmangelanämie
Die Ausbildung einer Eisenmangelanämie verläuft in mehreren Stadien. Zunächst werden die körpereigenen Eisenspeicher in der Leber, im Knochenmark und in der Muskulatur geleert. Ist dieses sogenannte Speichereisen (Ferritin) aufgebraucht und wird dem Körper weiterhin nicht genügend Eisen zugeführt, wird das Transporteisen (Transferrin) für die Blutbildung verwendet und aufgebraucht. Besteht der Eisenmangel fort, sinken der Gehalt an rotem Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen, deren Anzahl und auch deren Größe ab.
Laborchemisch zeigt sich die Eisenmangelanämie als mikrozytäre hypochrome Anämie. Das bedeutet, die Erythrozyten sind kleiner als normal (mikrozytär) und enthalten weniger Hämoglobin als normal, weshalb sie im Blutausstrich schwächer gefärbt erscheinen (hypochrom). Dies wird durch die Parameter MCV (Mittleres Erythrozyteneinzelvolumen) und MCH (Mittleres Korpuskuläres Hämoglobin) ausgedrückt, die beide erniedrigt sind. Ein weiterer Hinweis ist eine deutlich erhöhte Größenvariation der roten Blutkörperchen (RDW) im Blutbild, auch Anisozytose genannt.
Ein erniedrigter Ferritinwert zeigt immer einen Eisenmangel an. Es ist jedoch zu beachten, dass eine Anämie ohne Eisenmangel auf andere Ursachen hindeuten kann, wie beispielsweise einen Mangel an Vitamin B6, B12 oder Folsäure oder einen Erythropoetin-Mangel (renale Anämie).
Häufige Ursachen der Eisenmangelanämie
Chronischer Blutverlust als Hauptursache
Chronischer Blutverlust ist in etwa 80 % der Fälle die Hauptursache für Eisenmangel. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen.
Blutungen im Magen-Darm-Trakt stellen bei Männern und Frauen nach den Wechseljahren die häufigste Ursache einer Eisenmangelanämie dar. Diese können durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden:
- Magenschleimhautentzündungen (Gastritis)
- Magen-Darm-Geschwüre (Ulkuskrankheit)
- Hämorrhoiden
- Tumore im Verdauungstrakt
Die Menstruation ist hingegen bei Frauen im gebärfähigen Alter die häufigste Ursache. Mit einer normalen Regelblutung gehen etwa 50 ml Blut und somit bis zu 25 mg Eisen verloren. Problematisch wird es, wenn etwa 15 % der Frauen einen Blutverlust von mehr als 80 ml haben.
Weitere Blutverluste, die zu Eisenmangel führen können:
- Blutverlust über die Harnwege durch Entzündungen oder Tumore
- Chronisches Zahnfleisch- oder Nasenbluten
- Dialysebehandlungen – Nierenerkrankte verlieren durch die Dialyse knapp 2,5 Liter Blut pro Jahr
- Blutverlust durch Operationen oder Blutspenden
- Blutverlust über die Atemwege
Verminderte Eisenzufuhr über die Nahrung
Eine unzureichende oder einseitige Ernährung kann besonders bei bestimmten Bevölkerungsgruppen zum Eisenmangel beitragen. Knapp drei Viertel der Frauen im gebärfähigen Alter in Deutschland erreichen nicht die empfohlene Eisenmenge in ihrer Ernährung, weshalb etwa jede fünfte Frau von einem Eisenmangel betroffen ist.
Besonders gefährdet sind Vegetarier und Veganer, da pflanzliche Nahrungsmittel hauptsächlich das vom Körper schlechter aufnehmbare dreiwertige Eisen (Nicht-Häm-Eisen) enthalten.
Der tägliche Eisenbedarf variiert stark:
- Männer: 10 bis 12 Milligramm
- Menstruierende Frauen: 15 Milligramm
- Schwangere: 30 Milligramm täglich
Zudem gibt es Lebensphasen mit erhöhtem Eisenbedarf, wie Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstumsphasen bei Kindern und intensive sportliche Aktivität.
Gestörte Eisenaufnahme im Darm
Eine gestörte Eisenaufnahme kann trotz ausreichender Zufuhr zu Eisenmangel führen. Diese tritt bei verschiedenen Erkrankungen auf:
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
- Chronische Magenschleimhautentzündung
- Zustände nach Magenoperationen oder Teilentfernung des Magens
Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Eisenaufnahme beeinträchtigen oder Blutverluste fördern. Hierzu zählen entzündungshemmende Schmerzmittel, Blutverdünner, Magenentsäuerungsmittel (Protonenpumpenhemmer) und Mittel zur Cholesterinsenkung.
Besondere Risikogruppen
Bei Säuglingen und Kleinkindern kann eine eisenarme Ernährung, insbesondere eine zu frühe und ausschließliche Ernährung mit Kuhmilch, zum Eisenmangel führen. Die zweite Hälfte des ersten Lebensjahres ist kritisch, da der Eisenbedarf aufgrund des starken Körperwachstums ansteigt.
Während in Industrieländern hauptsächlich Blutverluste und Resorptionsstörungen im Vordergrund stehen, ist in Entwicklungsländern die unzureichende Eisenzufuhr über die Nahrung die weltweit häufigste Ursache für Eisenmangel, besonders bei Kindern und Jugendlichen.
Typische Symptome bei Eisenmangelanämie
Allgemeine Schwäche und Müdigkeit
Anhaltende Müdigkeit gehört zu den frühesten Anzeichen einer Eisenmangelanämie. Der Mangel an Hämoglobin in den roten Blutkörperchen führt zu einer gestörten Sauerstoffversorgung der Zellen. Betroffene bemerken ein allgemeines Schwächegefühl und einen merklichen Leistungsrückgang.
Bei körperlicher Belastung tritt oft Kurzatmigkeit auf. Der Körper versucht, den Sauerstoffmangel durch eine erhöhte Atemfrequenz auszugleichen. Dies erklärt sich dadurch, dass Eisen nicht nur beim Sauerstofftransport eine zentrale Rolle spielt, sondern auch bei der Umwandlung von Energieträgern benötigt wird.
Blässe und Hautveränderungen
Die Blässe von Haut und Schleimhäuten ist charakteristisch für eine fortgeschrittene Eisenmangelanämie. Besonders auffällig ist sie im Gesicht, an der Innenseite der Augenlider und an den Fingernägeln. Bei länger bestehendem Eisenmangel zeigen sich verschiedene Hautveränderungen:
- Trockene und juckende Haut
- Brüchige Nägel und Haare
- Rillenbildung der Nägel oder Hohlnägel (Koilonychie)
- Eingerissene Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden)
- Chronisch-rezidivierende Aphthen der Mundschleimhaut
Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen
Die Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff kann zu neurokognitiven Symptomen führen. Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit sind häufige Beschwerden. Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Eisenmangel tatsächlich Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit hat.
Kopfschmerzen treten ebenfalls regelmäßig bei Eisenmangel auf und können zusammen mit Schwindel die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Restless-Legs-Syndrom und Pica
Ein bemerkenswerter Zusammenhang besteht zwischen Eisenmangel und dem Restless-Legs-Syndrom (RLS). Dieses neurologische Störungsbild äußert sich durch einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang in den Beinen, oft begleitet von unangenehmen Empfindungen wie Kribbeln, Stechen oder Schmerzen.
Ein weiteres charakteristisches Symptom schwerer Eisenmangelanämie ist das Pica-Syndrom. Betroffene entwickeln ein abnormales Verlangen, nicht zum Verzehr geeignete Substanzen wie Eis, Erde, Kreide, Stärke oder sogar Farbe zu sich zu nehmen.
Wie wird Eisenmangelanämie diagnostiziert?
Blutbild und Hämoglobinwerte
Das Blutbild zeigt bei einer Eisenmangelanämie charakteristische Veränderungen. Die Hämoglobinwerte liegen unter den Normwerten – bei Männern unter 13 g/dl, bei Frauen unter 12 g/dl. Zusätzlich sind die Erythrozytenzahl und der Hämatokrit vermindert.
Auffällig sind die roten Blutkörperchen selbst. Sie erscheinen mikrozytär (MCV < 80 fl) und hypochrom (MCH < 28 pg). Im Blutausstrich zeigen sich weitere morphologische Veränderungen wie Anulozytose, Poikilozytose und Anisozytose.
Ferritin, Transferrinsättigung und CRP
Ferritin gilt als wichtigster Laborparameter für die Beurteilung des Eisenhaushalts. Ein Ferritinwert unter 15 μg/l beweist einen Speichereisenmangel. Problematisch ist, dass Ferritin als Akute-Phase-Protein bei Entzündungen ansteigt. Deshalb wird zusätzlich das CRP bestimmt.
Die Transferrinsättigung zeigt an, wie viele Transferrin-Moleküle mit Eisen beladen sind. Eine Transferrinsättigung von 15 % oder weniger deutet auf eine eisendefizitäre Erythropoese hin. Die Blutentnahme sollte morgens nüchtern erfolgen.
Behandlungsmöglichkeiten der Eisenmangelanämie
Orale Eisensubstitution
Die erste Wahl bei der Behandlung von Eisenmangel ist die orale Eisentherapie. Bevorzugt werden Präparate mit zweiwertigem Eisen wie Eisensulfat oder Eisenfumarat, da diese eine bessere Aufnahme ermöglichen als dreiwertige Eisenverbindungen.
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 50–100 mg elementares Eisen pro Tag. Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine Einnahme jeden zweiten Tag vorteilhafter sein kann. Für eine optimale Wirkung sollten Eisentabletten 30–60 Minuten vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Vitamin C fördert die Eisenaufnahme, während Kaffee, Tee, Milchprodukte und bestimmte Pflanzenstoffe diese hemmen.
Häufige Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Magenschmerzen, Verstopfung und dunkle Stuhlverfärbungen.
Intravenöse Eisengabe
Die intravenöse Eisentherapie kommt dann zum Einsatz, wenn orale Präparate nicht vertragen werden oder unwirksam sind. Weitere Indikationen sind:
- Schwere Aufnahmestörungen im Darm
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Chronische Niereninsuffizienz unter Erythropoetinbehandlung
- Schwere Anämie mit Bedarf an schneller Korrektur
Verfügbare Präparate sind Eisencarboxymaltose, Eisensaccharose und Eisenmaltosoid. Eine Gesamtdosis von 1000 mg ist häufig ausreichend. Während und nach der Infusion ist eine Überwachung wegen möglicher allergischer Reaktionen notwendig.
Behandlung der Ursache und Ernährungsumstellung
Parallel zur Eisentherapie ist die Behandlung der zugrundeliegenden Ursache entscheidend. Eine eisenreiche Ernährung unterstützt den Behandlungserfolg, reicht aber allein bei manifestem Mangel nicht aus. Gute Eisenquellen sind:
- Rotes Fleisch und Leber
- Hülsenfrüchte wie Linsen und Sojabohnen
- Nüsse und Samen
- Vollkornprodukte
- Eisenreiches Gemüse wie Petersilie und Brunnenkresse
Unterstützung der Eisenaufnahme bei erhöhtem Bedarf
Floradix mit Eisen ist eine Lösung zum Einnehmen bei erhöhtem Eisenbedarf. Sie enthält Eisen(II)-gluconat, das gut aufgenommen wird, und trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen, Hämoglobin sowie zum normalen Sauerstofftransport und Energiestoffwechsel bei.
Eisentabletten-ratiopharm 100 mg sind ein Arzneimittel zur Behandlung von Eisenmangel. Es werden 1–2 Tabletten täglich eingenommen, z. B. mit einem Glas Orangensaft. Das enthaltene Vitamin C fördert die Eisenaufnahme.
FAQs
Q1. Was sind die häufigsten Ursachen für eine Eisenmangelanämie?
Die häufigsten Ursachen sind chronischer Blutverlust (z. B. durch starke Menstruationsblutungen oder Magen-Darm-Blutungen), unzureichende Eisenaufnahme über die Nahrung und Störungen der Eisenaufnahme im Darm.
Q2. Welche typischen Symptome treten bei einer Eisenmangelanämie auf?
Häufige Symptome sind anhaltende Müdigkeit, Schwäche, Blässe, Kurzatmigkeit bei Belastung, Konzentrationsprobleme und brüchige Nägel. In schweren Fällen können auch Kopfschmerzen und Schwindel auftreten.
Q3. Wie wird eine Eisenmangelanämie diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchungen. Wichtige Parameter sind das Blutbild (insbesondere Hämoglobin und MCV), Ferritin als Speichereisen-Marker, die Transferrinsättigung und das Retikulozytenhämoglobin.
Q4. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Eisenmangelanämie?
Die Standardtherapie ist die orale Eisensubstitution. Bei Unverträglichkeit oder schweren Fällen kommt eine intravenöse Eisengabe infrage. Begleitend ist eine eisenreiche Ernährung und die Behandlung der Grundursache wichtig.
Q5. Wie lange dauert die Behandlung einer Eisenmangelanämie?
Die Therapie sollte mindestens 3–6 Monate nach Normalisierung der Hämoglobinwerte fortgeführt werden, um die Eisenspeicher vollständig aufzufüllen. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um den Therapieerfolg zu überwachen.
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